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Code Week Award 2015 – Die Gewinner stehen fest

Logo_SlideInsgesamt zehn Projekte konnten sich beim Code Week Award 2015, der von der Technologiestiftung Berlin in Kooperation mit dem Design Research Lab der Universität der Künste Berlin Ende 2014 zum ersten Mal ausgeschrieben war, Fördergelder in Höhe von 5.000 bzw. 10.000 EUR sichern. Voraussetzung: Ihr Projektkonzept für die Förderung digitaler Skills bei Kindern- und Jugendlichen konnte die hochkarätige Jury überzeugen. Am 31. Januar wurden die zehn Gewinnerprojekte bekanntgegeben, die allesamt zwischen März und September dieses Jahres durchgeführt werden. Wir gratulieren den Gewinnerprojekten und freuen uns auf spannende Eventberichte.

 

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Abenteuerspielplatz CeBIT: Mit HPI und BITKOM zur IT Messe nach Hannover

IT-interessierte Schüler ab 16 Jahren, die entweder ein Gymnasium oder eine Realschule besuchen, sollten sich ab sofort für einen der drei CeBIT Erlebnistage für Schüler bewerben. Am 18., 19. und 20. März können die Gewinner einen ganzen Tag betreut auf der CeBIT verbringen und Gespräche mit Experten führen. Neben dem Eintrittspreis übernimmt das Hasso-Plattner-Institut (HPI) auch die Kosten für die Mittagsverpflegung der Teilnehmer. Das HPI will mit diesem Angebot für IT-interessierte Schüler eine erste Brücke zwischen Schule und Studium schlagen.

Auch der BITKOM will interessierten Schülern den Weg zur CeBIT vereinfachen und nimmt bereits jetzt Anmeldungen von Schulklassen und Informatik-AGs entgegen.

Wir haben heute die Situation, dass auf die Menschen viele Millionen parallele Informationskanäle einströmen, und wir müssen den Leuten ein Handwerkszeug geben, wie sie damit umgehen können. Dieses Handwerkzeug kann nicht noch mehr Technik sein, sondern es muss ein analytischer Verstand sein.

— Hans Zeger, österreichischer Datenschutzerxperte in der Kronenzeitung

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„Schau hin“: In 30 Tagen um die Medienwelt

EuleDie Lebenswelt heutiger Kinder ist bereits sehr stark von digitalen Medien geprägt. Überfordert von den Möglichkeiten dieser Medien, versäumen viele Eltern die Chance, ihre Kinder durch diese geheimnisvoll neue Welt zu begleiten. Eltern, die das künftig tun möchten, können sich jetzt kostenlos dafür coachen lassen. „Schau hin. Was Dein Kind mit Medien macht.“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Vodafone, der ARD und des ZDF sowie von TV Spielfilm, die Eltern via E-Mail 30 Tage lang mit Tipps und kleinen Filmen (mit Tim Mälzer) versorgt, die ihnen helfen sollen Medien gemeinsam mit ihren Kindern zu entdecken. Die Eltern können sich wahlweise für die Altersklassen 3 bis 6, 7 bis 10 und 11 bis 13 schulen lassen. Ein guter erster Einstieg in die Materie, wie wir finden!

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Dem Netz ins Netz gegangen? Wie Kinder- und Jugendliche in der digitalen Welt zurecht kommen

NetzUnter dem Titel „Jung und vernetzt – Kinder und Jugendliche in der digitalen Welt“ hat der Hightech-Verband Bitkom jüngst ein paar sehr interessante Einblicke in das Digitalleben von Kindern- und Jugendlichen veröffentlicht. Wichtigste, wenn auch nicht überraschende Erkenntnis: Digitale Medien und Kommunikationsgeräte gehören für Kinder und Jugendliche heute schon zum Alltag – und das sogar schon bei den Jüngsten. 20% der Kinder von 6 bis 7 Jahren nutzen ein Smartphone, unter den 12 bis 13 jährigen liegt die Nutzung bei 85% und erfolgt zum Großteil bereits über eigene Geräte. Die bei Weitem meist genutzten Handy- und Smartphonefunktionen sind Kurznachrichtendienste, das Telefonieren kommt erst an zweiter Stelle.

Beeindruckend sind auch die Fähigkeiten im Umgang mit Computern: Bereits mit 12 Jahren beherrschen Kinder- und Jugendliche mehrheitlich Anwendungen wie E-Mail-Versand, Fotobearbeitung oder das Erstellen von Präsentationen. Auch das Internet ist für Kinder und Jugendliche alles andere als Neuland. Schon mehr als ein Drittel der 6 bis 7 jährigen gibt an, dass Internet zu nutzen – wenn auch „nur“ durchschnittlich 11 Minuten pro Tag. Bereits mit 12 bis 13 Jahren nutzen nahezu alle Befragten das Internet täglich schon fast eine Stunde. Dabei steht das Ansehen oder Herunterladen von Filmen, Videos oder Serien bei der Nutzung an erster Stelle. Immerhin die zweitwichtigste Nutzung ist die Informationsrecherche für Schule oder Ausbildung. Für die Kleinsten (6 bis 7 Jahre) sind zudem noch die Online-Spiele von großer Relevanz.

Gut ein Drittel der Kinder von 10 bis 18 Jahren in Deutschland haben bereits negative Erfahrungen mit dem Internet gemacht. Mobbing und die Konfrontation mit verstörenden Inhalten sind dabei die meist genannten Punkte. Umso wichtiger, dass die Eltern sich offensichtlich zunehmend stärker engagieren und ihre Kinder besser bei der Internetnutzung begleiten. Das Bewusstsein für Datenschatz und Privatsphäre ist bei den Kindern und Jugendlichen erstaunlich hoch – persönliche Daten werden nicht exzessiv preisgegeben und die Privatsphäreeinstellungen werden aktiv genutzt.

Auch wenn sich die Kinder- und Jugendlichen im Umgang mit den digitalen Medien bereits erstaunlich sicher bewegen, heißt das nicht, dass die traditionellen Medien bei ihnen schon abgeschrieben sind. Im Gegenteil: In allen Altersstufen ist die Nutzung der traditionellen Medien weiterhin hoch, gedruckte Bücher und Comics lassen ihre digitale Konkurrenz sogar weit hinter sich zurück.

Die Bitkom-Studie stimmt im Bezug auf die digitalen Medien also durchaus versöhnlich – übermäßige Negativtendenzen sind nicht auszumachen. Allerdings – so empfiehlt die Bitkom ausdrücklich – sollten Erziehungseinrichtungen und Eltern die Kinder in der digitalen Welt nicht alleine lassen. Während die Kleinsten dabei noch „aktive Begleitung“ benötigen, geht es bei den Älteren dann eher um eine „kompetente Unterstützung“.

Für tiefere Einblicke und konkrete Tipps empfehlen wir Eltern unbedingt, sich die Bitkom-Studie mal im Detail anzusehen.

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Programmierkenntnisse sind nur ein Puzzleteil

bitsnkids_teilnahmeerklaerung-2In einer Lebensrealität, in der wir selbst uns das Zurechtkommen ohne digitale Hilfsmittel oft kaum noch vorstellen können, ist es sicher alles andere als dumm, auch unsere Kinder frühzeitig an den sinnvollen Umgang mit den vorhandenen Technologien heranzuführen. Und weil wir uns selbst vielleicht nicht zutrauen, die Vermittlerrolle zwischen Kind und Technik zu übernehmen, ist es naheliegend, hier auf die Schulen zu vertrauen (theoretisch, versteht sich). Man könnte doch eigentlich auch hierzulande das Programmieren zum Pflichtfach erheben und der Drops wäre auf charmante Art gelutscht. Und ganz nebenbei würden die Kids auch gleich für den zukünftigen Arbeitsmarkt aufgemöbelt. Soweit die Theorie.

Zwar entspricht es durchaus den Gepflogenheiten im Kultusbetrieb, bei akutem Bedarf einfach mal ein Fach dazu nehmen – wie seinerzeit schon Hauswirtschaftslehre, Ethik oder Pädagogik – , aber im Umgang mit zeitgemäßen Technologien will die Einführung von „Programmierstunden für alle“ so gar nicht zeitgemäß erscheinen. Denn viel zeitgemäßer wäre es doch eigentlich, die Kinder im Unterricht gemäß ihre Interessen und Neigungen zu fördern (vielleicht auch mithilfe von technischer Infrastruktur, wie sie ein Teach to one Ansatz vorsieht)? Und Programmieren ist genauso wenig jederkinds Sache wie Latein und das weder akut noch perspektivisch.

Hinzu kommt, dass es gerade auch im Hinblick auf die Unwägbarkeiten und Gefahren, die die digitale Welt ebenso wie die analoge mit sich bringen kann, viel essentieller erscheint, den Kindern den Rahmen, in dem sie sich bewegen ganz grundlegend zu erklären. Also: Wie sind die technischen Abläufe? Welche Daten werden generiert und was passiert mit ihnen? Wie funktionieren welche Algorithmen? Welche Spuren hinterlässt jeder Einzelne und womit, etc.?

Ein Schuh kann dann daraus werden, wenn der Umgang mit zeitgemäßer Technologie über ordentliche Ausbildung der Lehrer und ordentliche Ausstattung der Schulen zum Basis-Setup für den gesamten Unterricht wird und zwar über alle Fächer hinweg. Was spräche denn dagegen, wenn Vokabeltraining im Klassenraum auf individuellem Niveau mit Hilfe von Apps stattfinden würde und die Lehrkraft im Bedarfsfall als helfende Hand einschreitet? Oder wenn digitale Fotobearbeitung und Filmschnitt im Kunstunterricht genau so anzutreffen wären wie Linolplatten und Ölfarben? Technologischer Sachverstand muss für kommenden Generationen zum Selbstverständnis werden. Programmierkenntnisse sind im Gesamtkonstrukt allenfalls EIN Puzzleteil.

Ich fordere ein Schulfach Computing. Und zwar für alle Jahrgangsstufen. Verpflichtend. Ein Schulfach, in dem Kindern beigebracht wird, wie sie mit digitalen Werkzeugen arbeiten, wie sie im Internet recherchieren, wie sie kommunizieren und wie sie eigene Programme entwickeln. Nur so werden Kinder fit gemacht für die Zukunft. Wir müssen sie in die Lage versetzen, ihre Umwelt zu gestalten und nicht nur passiv daran teilzunehmen.

— Nico Lumma, Blogger, dreifach-Vater & Co-Vorsitzender des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt in seinem Artikel „Nutzt digitale Chancen!“ auf vorwaerts.de

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Hausgemachte Digitalkompetenz

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Auf die Schulen können wir uns also nicht verlassen, wenn wir unseren Nachwuchs gut auf den Umgang mit digitalen Medien vorbereitet wissen wollen. Es hat vielmehr den Anschein, als herrschte in vielen Lehrerzimmer geradezu panische Angst vor Digitalien aller Art. Kurse und Workshops von privaten Anbietern sind da zwar schon vielversprechender, dennoch findet dort die Digitalerziehung auch nur punktuell statt. Ist der Kurs vorbei, liegt sie bis zum nächsten meist brach.

Eltern, die sich selbst für innovative Technologien und digitale Medien begeistern können, nehmen daher lieber persönlich das Heft in die Hand und übernehmen das Medienkompetenztraining ihrer Sprösslinge gleich selbst. Da ist zum Beispiel Katja, die in ihrem Blog Mein Computerkind erzählt, wie sie ihre kleine Tochter digital alphabetisiert und ihr gleichzeitig beibringt, sich selbst in der digitalen Welt zu schützen. Oder Maximilian, der gemeinsam mit seinem Sohn I Elektrospielzeug entdeckt und u.a. auch darüber bloggt. Beiden ist dabei gemein, dass sie Technologie weder überhöhen noch verteufeln, sondern sie als selbstverständlichen Bestandteil in ihren ganz normalen Wahnsinnsalltag integrieren.

Auch Eltern, die nicht von Haus aus Tech-affin sind, täten übrigens gut daran, dem Beispiel der Beiden im eigenen Interesse und im Interesse ihrer Kinder zu folgen und die Digitalkompetenz sinnvoll in ihren Familienalltag integrieren. Denn nur wenn sie das tun, werden sie bald begreifen, dass der grimmig anmutende Scheinriese Technologie in Wirklichkeit sehr oft nur ein freundlicher alter Herr mit geflochtenem weißen Bart ist.

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Die Schulen haben den Anschluss verpasst: Digitale Bildung findet vornehmlich in der Freizeit statt

kaeseglockeIn einer repräsentativen Umfrage unter mehr als 500 Schülern weiterführender Schulen ermittelte jüngst das Meinungsforschungsinstitut Aris für den Hightech-Verband BITKOM und die LEARNTEC-Messe für digitales Lernen, dass die IT-Ausstattung an deutschen Schulen deutlich zu wünschen übrig lässt. Mehr als die Hälfte der befragten Schüler bewertete die Computertechnik an der besuchten Schule maximal als mittelmäßig – eine deutliche Verschlechterung gegenüber der letzten Umfrage in 2010, wo nur 40% der Schüler ein negatives Urteil dazu abgaben. Jeder dritte Schüler bringt deshalb ein eigenes Notebook mit in den Unterricht, jeder fünfte ein Tablet. Kommen digitale Geräte im Unterricht zum Einsatz, dann im Wesentlichen zu Präsentationszwecken oder zur Webrecherche. Kreative Nutzung solcher Medien? – Größtenteils Fehlanzeige! Weniger als 30 % der Schüler verwenden in der Schule digitale Geräte zum Programmieren oder zur Webseitengestaltung.

„Wir verschenken in unseren Schulen enormes Potenzial, wenn wir Computer & Co. nur als die bessere Kreidetafel einsetzen. Die Schere zwischen der Qualität der IT-Ausstattung an unseren Schulen und dem Stand der Technik sowie der Qualität der Ausstattung in den Wohn- und Kinderzimmern öffnet sich immer weiter.“

— Achim Berg, Vizepräsident der BITKOM

Die Umfrage zeigt auch, dass digitale Medien durchaus in die Lernwelt der Schüler Einzug gehalten haben. Zwei Drittel der Befragten gaben an, mit digitalen Medien zu lernen. Das Problem dabei: Sie tun dies in ihrer Freizeit. Merkwürdig, wenn die Schulen ihren Bildungsauftrag (oft aus hanebüchenen Gründen) lieber mit antiquierten Methoden wahrnehmen, statt ihre Schüler mit einem zeitgemäßen Ansatz bestmöglich auf das Leben im Allgemeinen und die berufliche Entwicklung im Besonderen vorzubereiten. Wenn essentielle Bildungslücken von Schülern und Eltern außerhalb der Schulen (und mit eigenen Mitteln!) geschlossen werden müssen und die Bildungseinrichtungen das trotz solcher erschreckenden Ergebnisse weiterhin achselzuckend hinnehmen, dann sind verheerende PISA-Studienergebnisse über kurz oder lang nicht mehr unser einziges Bildungsproblem.

[Ausführlicher Informationen zu den Umfragergebnissen und zum digitalen Lernen gibt es bei der BITKOM.]