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SparkTruck: Die rollende Bastelwerkstatt für Kinder

SparkTruck

Für viele ist es Jahrzehnte her seit sie das letzte Mal gebastelt haben. Irgendwann in der Schule war Schluss damit. Das Machen von Hand wich dem Denken mit Kopf.

SparkTruck ist ein Projekt, das dem entgegen wirken will. Die beiden Stanford Studenten Jason Chua und Eugene Korsunskiy starteten 2012 eine Kickstarter Kampagne, die für das nötige Kapital sorgte, um nicht nur einen Lastwagen zu kaufen, sondern ihn auch komplett umzubauen. Fortan fuhren die beiden vollbeladen mit Bastelmaterial, Laserdrucker und Werkzeug von Schule zu Schule. Dort basteln und modellieren sie gemeinsam mit Kindern was das Zeug hält.

Auf spielerische Weise wollen sie Kindern (und seit 2014 Lehrern) vermitteln, dass sie mit Kreativität und Lust zu improvisieren in der Lage sind, Schritt für Schritt anspruchsvolle Probleme zu lösen. Die Kinder denken nicht nur über Ideen nach, sie erstellen Prototypen und verbessern sie. Ein großartiges Projekt, das wir weiter verfolgen.

Das Programmieren ist einfach zu erlernen, wird jedoch im Allgemeinen nicht in der Schule unterrichtet. Nur 20 % der europäischen Schulkinder gehen auf Schulen, die es sich offiziell zur übergreifenden Aufgabe gesetzt haben, den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnik in allen Fächern abzudecken.

Offener Brief führender Technologieunternehmen an die EU Bildungsminister, Oktober 2014

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Der Teufelskreis der erotischen Selfies

Sexting - Nein!Das Internet ist ein Meer voller beeindruckender, lustiger oder lehrreicher Inhalte. Aber leider gibt es darin auch dunkle Schluchten. Über eine besonders düstere berichtete die Badische Zeitung in einem Artikel über Jugendliche, die unvorsichtig Nacktbilder von sich veröffentlichen, was auch als Sexting bezeichnet wird.

Meist wähnen sie sich in falscher Sicherheit, zum Beispiel wenn sie der Partner zum Austausch von aufreizenden Bildern auffordert. Das wird zum bösen Spiel, wenn diese Bilder auf dem Pausenhof rumgereicht werden.

Wer nun glaubt, dass das ein seltenes Phänomen ist, der täuscht sich. Markus Merkle vom Aufklärungsportal Handysektor sagt dazu:

„Nahezu an jeder Schule, in der wir in den vergangenen Monaten waren, gab es mindestens einen solchen Fall. „sind Einzelfälle, aber ich finde es bedenklich, dass es fast an jeder Schule einen solchen Einzelfall gibt.“

Besonders tückisch sind die Fälle, in denen Jugendliche das Gegenüber gar nicht kennen, diese oder dieser aber mit gefälschtem Profil auf charmante Weise das Vertrauen gewinnt und den Jugendlichen dazu bringt Nacktbilder zu versenden.

Alle Fälle haben eines gemeinsam: Für das Opfer beginnt nach dem ersten Nacktbild meist ein Teufelskreis. Die ehemalige „Vertrauensperson“ wird zum Erpresser.

Gegen dieses böse Spiel hilft nur eine Regel: Niemals Nacktbilder über digitale Kanäle verbreiten. Nie! Nie! Nie!

Einen guten Leitfaden zum Thema Sexting gibt es übrigens bei KlickSafe.

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Programmieren als Sprache des 21. Jahrhunderts

Sigmar Gabriel sagte der Rheinischen Post:

Programmiersprachen gehören zu den Sprachen des 21. Jahrhunderts.

Für Gabriel könnte demnach Informatik auch als zweite Fremdsprache an Schulen eingeführt werden. Allerdings scheint Gabriels Idee in Deutschland vorerst eher ein Wunsch zu bleiben. So hat sich zum Beispiel Hamburg erst vor einem Jahr gegen Informatik als Pflichtfach entschieden.

Vielleicht sollte der Wirtschaftsminister Großbritannien besuchen. Auf der Insel gerade vorgemacht, wie das geht.

 

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Die Jugend hat gehackt

Jugend hackt

Am vergangenen Wochenende fand in Berlin zum zweiten Mal die Tüftlerveranstaltung für Kinder statt „Jugend hackt„.

120 Jugendliche haben gemeinsam mit 30 Mentoren insgesamt 28 teils beeindruckende Projekte erarbeitet. „Awearness“ beispielsweise ist ein Armband, das vibriert, wenn Überwachungskameras in der Nähe sind.  Eine sehr nützliche App entstand unter dem Namen „Mein Müll“. Mit ihr findet man Glascontainer, eine Herausforderung mit der die einen oder anderen schon zu kämpfen hatten.

Sämtliche Projekte sind auf der Rewired State Webseite zu finden. Der Spiegel hat ebenfalls über die Veranstaltung berichtet.

Bild: Open Knowledge Foundation – Flickr

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Computerspiele im Unterricht

Computerspiele im Unterricht

Ohne Zweifel gibt es Games, die die Welt nicht braucht. Es gibt in der schier unüberschaubaren Anzahl von Spielen aber auch einige, die sich sogar sinnvoll in den Unterricht mit Kindern integrieren lassen. Auf spielerische Weise können Kinder in den Games Lösungswege planen, sie umsetzen und dabei mit anderen Kindern interagieren.

Joel Levin ist ein Lehrer an der Columbia Grammar School, der auf das Computerspiel MinecraftEdu setzt. Es handelt sich dabei um eine für den Unterricht optimierte Variante des beliebten Spiels Minecraft. Das besondere an Minecraft ist, dass Spieler die Umgebung und Spielaktivitäten selbst gestalten können.

Genau das sollen die Schüler von Joel tun: gestalten! Sie bekommen von ihm kleine Aufgaben gestellt, die sie kreativ lösen. Die einen Kinder probieren dabei sehr selbständig verschiedene Möglichkeiten aus, andere benötigen hie und da Anleitung oder Bestätigung.

Neben Joel gibt es viele weitere Lehrer, die die Chancen von Computerspielen im Unterricht erkannt haben.

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Programmieren mit fünf

Programmieren in der Schule (Illustration)

„Algorithmen verstehen“ und „einfache Programme entwickeln und debuggen“, ab heute sollen diese Fähigkeiten Schüler in England ab dem fünften Lebensjahr erlernen. Dort gilt seit dem 1. September ein neuer Lehrplan, der das Bildungssystem des Landes zum internationalen Vorbild machen soll – und vielen Lehrern wahrscheinlich schlaflose Nächte bereitet. Der Verband der Lehrer warnte bereits, dass viele Schulen nicht vorbereitet sind.

Aber auch wenn der Wechsel holprig verlaufen sollte, ist er ein notwendiger Schritt für Schulen in das digitale Zeitalter.

Wichtig ist, dass sich die Vermittlung des digitalen Alphabets nicht auf „Coding“ beschränkt. Nicht alle Kinder werden das neue Google oder Facebook programmieren. Aber alle werden künftig ihren Alltag besser bewältigen können und ihre beruflichen Chancen steigern, wenn sie Technologien grundsätzlich verstehen und die kreativen Möglichkeiten kennen. Neue Technologien sind fast immer im Spiel.

Das berücksichtigt auch der neue Lehrplan in England. Die fünf- bis sieben-jährigen lernen nicht nur Software zu programmieren, sondern auch digitale Inhalte zu entwickeln und veröffentlichen und welche Vorsicht geboten ist im Umgang mit den persönlichen Daten.

Well done, England! Und wann zieht Deutschland nach?

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Maryam Mirzakhani steht auf dem Gipfel

Maryam Mirzakhani wurde vor Mitte August die Fields Medaille verliehen. Sie ist damit die erste Frau, die die höchste Auszeichnung für Mathematiker erhält.

Bereits 2008 führte das Clay Mathematics Institute ein Interview mit der Professorin, die während der Schulzeit wenig mit Mathematik anfangen konnte:

As a kid, I dreamt of becoming a writer. My most exciting pastime was reading novels; in fact, I would read anything I could find. I never thought I would pursue mathematics before my last year in high school.

Bücher spielten für sie auch in der High School eine wichtige Rolle:

Our school was close to a street full of bookstores in Tehran. I remember how walking along this crowded street, and going to the bookstores, was so exciting for us.

Je mehr sie im weiteren Verlauf über Mathematik lernte, desto mehr faszinierte sie das Gebiet, das sie sich gemeinsam mit anderen erschloss:

The more I spent time on mathematics, the more excited I became. At Sharif University, we had problem-solving sessions and informal reading groups with my classmates. The friendship and support of all the people I met there and later at Harvard helped me a lot in many different ways. I am grateful to all of them.

Und obwohl sie zugibt, dass sich ihre Arbeit oft anfühlt, wie eine Reise ohne Ziel, gibt es sie immer wieder: Die Augenblicke der Erkenntnis, wenn sie auf dem Gipfel steht und plötzlich alles ganz klar erscheint.

Of course, the most rewarding part is the „Aha“ moment, the excitement of discovery and enjoyment of understanding something new – the feeling of being on top of a hill and having a clear view.

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Gehört das Tablet in den Kindergarten?

Tablet im Kindergarten (Illustration)

Ja, sagt Meike Lorenzen in der online Ausgabe der Wirtschaftswoche. Sie zitiert den Politologen Henrik Tesch:

Kinder werden heutzutage mit Computern groß, sie gehören zu ihrer Lebenswirklichkeit. Viele Kinder haben zuhause bereits in sehr frühem Alter Zugang zum Computer, ohne dass sie jemand im verantwortungsbewussten und sinnvollen Umgang damit anleitet.

Und immer häufiger ist dieser „Computer“ ein Tablet.