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Dem Netz ins Netz gegangen? Wie Kinder- und Jugendliche in der digitalen Welt zurecht kommen

NetzUnter dem Titel „Jung und vernetzt – Kinder und Jugendliche in der digitalen Welt“ hat der Hightech-Verband Bitkom jüngst ein paar sehr interessante Einblicke in das Digitalleben von Kindern- und Jugendlichen veröffentlicht. Wichtigste, wenn auch nicht überraschende Erkenntnis: Digitale Medien und Kommunikationsgeräte gehören für Kinder und Jugendliche heute schon zum Alltag – und das sogar schon bei den Jüngsten. 20% der Kinder von 6 bis 7 Jahren nutzen ein Smartphone, unter den 12 bis 13 jährigen liegt die Nutzung bei 85% und erfolgt zum Großteil bereits über eigene Geräte. Die bei Weitem meist genutzten Handy- und Smartphonefunktionen sind Kurznachrichtendienste, das Telefonieren kommt erst an zweiter Stelle.

Beeindruckend sind auch die Fähigkeiten im Umgang mit Computern: Bereits mit 12 Jahren beherrschen Kinder- und Jugendliche mehrheitlich Anwendungen wie E-Mail-Versand, Fotobearbeitung oder das Erstellen von Präsentationen. Auch das Internet ist für Kinder und Jugendliche alles andere als Neuland. Schon mehr als ein Drittel der 6 bis 7 jährigen gibt an, dass Internet zu nutzen – wenn auch „nur“ durchschnittlich 11 Minuten pro Tag. Bereits mit 12 bis 13 Jahren nutzen nahezu alle Befragten das Internet täglich schon fast eine Stunde. Dabei steht das Ansehen oder Herunterladen von Filmen, Videos oder Serien bei der Nutzung an erster Stelle. Immerhin die zweitwichtigste Nutzung ist die Informationsrecherche für Schule oder Ausbildung. Für die Kleinsten (6 bis 7 Jahre) sind zudem noch die Online-Spiele von großer Relevanz.

Gut ein Drittel der Kinder von 10 bis 18 Jahren in Deutschland haben bereits negative Erfahrungen mit dem Internet gemacht. Mobbing und die Konfrontation mit verstörenden Inhalten sind dabei die meist genannten Punkte. Umso wichtiger, dass die Eltern sich offensichtlich zunehmend stärker engagieren und ihre Kinder besser bei der Internetnutzung begleiten. Das Bewusstsein für Datenschatz und Privatsphäre ist bei den Kindern und Jugendlichen erstaunlich hoch – persönliche Daten werden nicht exzessiv preisgegeben und die Privatsphäreeinstellungen werden aktiv genutzt.

Auch wenn sich die Kinder- und Jugendlichen im Umgang mit den digitalen Medien bereits erstaunlich sicher bewegen, heißt das nicht, dass die traditionellen Medien bei ihnen schon abgeschrieben sind. Im Gegenteil: In allen Altersstufen ist die Nutzung der traditionellen Medien weiterhin hoch, gedruckte Bücher und Comics lassen ihre digitale Konkurrenz sogar weit hinter sich zurück.

Die Bitkom-Studie stimmt im Bezug auf die digitalen Medien also durchaus versöhnlich – übermäßige Negativtendenzen sind nicht auszumachen. Allerdings – so empfiehlt die Bitkom ausdrücklich – sollten Erziehungseinrichtungen und Eltern die Kinder in der digitalen Welt nicht alleine lassen. Während die Kleinsten dabei noch „aktive Begleitung“ benötigen, geht es bei den Älteren dann eher um eine „kompetente Unterstützung“.

Für tiefere Einblicke und konkrete Tipps empfehlen wir Eltern unbedingt, sich die Bitkom-Studie mal im Detail anzusehen.

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