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Mehr als nur ein Klick

Das Geld ist mit einem Klick weg

Bei mir vergeht kein Tag, an dem Geld keine Rolle spielt. Ich gebe Geld beim Mittagessen aus – bar
oder per Kartenzahlung –, kaufe mit nur einem Klick Windeln und Schuhe im Online-Shop oder entdecke eine Smartphone App, die vielleicht mein Leben leichter macht und die ich für ein paar Euro mit einem Fingerdruck erwerben kann.

Unser Verständnis von “Geld” und “bezahlen” hat sich stark verändert. Der Geldbegriff wurde abstrakter, die Verwendung von Geld einfacher und komfortabler. Wer online shoppt, muss am Anfang ein Mal eine Kreditkarte oder ein Girokonto hinterlegen. Danach genügt für alles weitere ein einziger Klick. Die Kontrolle geht durch solchen Komfort jedoch zunehmend verloren: Denn ob man die finanziellen Möglichkeiten überstrapaziert hat, zeigt sich erst am Monatsende, wenn die Kreditkarte oder der Dispo ausgeglichen werden müssen.

Es haben sich aber nicht nur die Bezahlarten verändert, sondern auch, was gekauft wird. Haptische Güter haben längst digitale Konkurrenz bekommen. Während früher Musik in Form einer CD erhältlich war, erwirbt man heute nur noch den Zugang zu Musik, z.B. bei Spotify in Form eines Abonnements. Dort stehen Millionen von Musiktiteln in der digitalen Bibliothek zum Anhören bereit. Kleiner Wermutsropfen: Wenn das Abo gekündigt wird, ist auch die Mucke weg.

Neue Zahlungswege und virtuelle Güter stellen bereits für manchen Erwachsenen eine echte Herausforderung dar. Manche verschulden sich, weil sie nicht merken oder ignorieren, dass die finanziellen Möglichkeiten nicht ausreichen. Auch wenn unsere Kinder als Digital Natives vielleicht mit der neuen Form des Kaufens groß geworden sind, dürfte es ihnen nicht unbedingt leichter fallen, den Überblick über ihre finanziellen Mittel zu bewahren. Die Statistik zeigt, dass bereits heute viele Jugendliche stark überschuldet sind. Je undurchsichtiger die Zahlungswege und die erhaltenen Gegenleistungen, desto größer sind die Gefahren. Darum lohnt es sich zu überlegen, wie wir unsere Kinder auf den kompetenten Umgang mit modernen Zahlungsmitteln vorbereiten können.

Im Bereich der finanziellen Bildung gilt wie in allen anderen Lebensbereichen, wir sind Vorbilder für unsere Kinder. Warum shoppen wir nicht im Laden um die Ecke, sondern im online Shop? Wo finden wir online den günstigsten Preis für dasselbe Produkt? Gibt es kostengünstigere Alternativen zum digitalen Abo? Wenn wir unsere Kinder in solche Überlegungen miteinbeziehen, verstehen sie, dass dem Ein-Klick online Kauf eine Reihe von Entscheidungen und Abwägungen vorausgehen und das jeder noch so leicht abgeschlossene Kauf sich in ihrer Taschengeldkasse sofort bemerkbar machen wird.

Was Kinder von ihren Eltern ebenfalls erfahren, ist, dass das Geld meist nicht ausreicht, um sich alle Wünsche zu erfüllen. Man muss zwischen Wünschen abwägen, auf Wünsche hinsparen und andere vielleicht auch verwerfen. Wer das Prinzip missachtet, für den muss rasch ein Kredit zur Überbrückung her – für manchen der Start in eine dauerhafte Verschuldung. Das Thema ist umso bedeutender, weil die Verlockungen durch das Internet immer noch größer werden, einzelne online Händler haben bereits heute Millionen von Produkten nur einen Klick weit entfernt.

Die gute Nachricht ist: Wir können unsere Kinder vor der Verschuldungsfalle bewahren. Wir müssen ihnen nur vorleben und beibringen, wie man verantwortungsvoll mit seinem Geld umgeht – sei es in der realen oder virtuellen Einkaufswelt. Aber wie? Es kann sinnvoll sein, am Anfang gemeinsam einen Plan für die Verwendung des zur Verfügung stehenden, begrenzten Budgets zu erstellen und das Kind zu ermuntern, das später auch allein fortzuführen. Darin sollten alle regelmäßig geplanten Ausgaben genau so berücksichtigt werden, wie größere Wünsche, reale Güter ebenso wie virtuelle. Um den Umgang mit realem und virtuellem Geld gleichermaßen zu üben, könnte das Budget neben Bargeld z.B. auch aus digitalem Geld in Form von Prepaid-Karten bestehen.

Praktisch geht das zum Beispiel mit der paysafecard, bei der Jugendliche keinerlei persönliche Daten verwenden müssen, wenn sie online Geld ausgeben. Überziehungen sind auch nicht möglich – wenn das Guthaben aufgebraucht wird, ist das Shopping vorbei. So lernen die Jugendlichen, ihre Ausgaben langfristig zu planen und ihr Geld nicht sofort für jeden spontanen Wunsch auszugeben.

Auch für unsere Kinder wird Geld ein Thema bleiben, das sie tagtäglich begleiten wird, nur wird dabei der Geldbeutel irgendwann keine Rolle mehr spielen. Umso wichtiger ist es, dass wir ihnen frühzeitig den kompetenten Umgang mit Geld im digitalen Raum beibringen. Bezahlen ist eben mehr als nur ein Klick.

In der Beitragsreihe „Bits, Kids & Knete“ (unterstützt von paysafecard) gehen wir u.a. auf die Möglichkeiten (fast) spurenloser Bezahlung im Netz, das Thema „Online Games – Fluch oder Segen für Familien?“ und die Digitalisierung des Taschengeldes ein.

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