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Mit Feuereifer durch Digitalien

Streichholz

Kinder sind geborene Weltverbesserer. Gib ihnen ein kniffliges Problem und sie suchen sofort nach einer Lösung und beschreiten dafür ganz intuitiv auch unorthodoxe Wege. Auch in der Auseinandersetzung mit „echten“ Weltproblemen setzen Kinder ein enormes innovatives Potenzial frei und bringen ihren Erfindergeist zur Anwendung. Man denke nur an die zahlreichen Umweltschutzprojekte aus der eignen Schulzeit zurück, an denen man sich mit Feuereifer beteiligt hat. Aber warum ist das so? Weil es (auch) Kinder inspiriert, wenn ihr Tun einen Sinn hat. Forscher haben herausgefunden, dass ein höheres Ziel Schüler besser zum Lernen motivieren kann.

Will man Kinder also auf das Leben in einer zunehmend technologiegetriebenen Berufswelt vorbereiten, reicht es vermutlich nicht aus, ihnen in der Schule nun zusätzlich zu Fremdsprachenvokabeln noch Programmiersprachen einzubläuen. Sonst blüht jenen vielleicht sogar dasselbe Schicksal wie den Lateinvokabeln. Es gilt vielmehr, einen „Unterricht zur digitalen Welt“ so zu gestalten, dass er Kinder maximal inspiriert und ihren Innovationsgeist weckt. Und das funktioniert dann gut, wenn sie mit dem abstrakten Wissen sehr schnell konkrete Probleme lösen können, wenn die Kinder also merken, dass sie durch das Erlernte selbst etwas bewegen können.

[…] while having programming on the curriculum will make a huge difference, it will not in itself be enough. To inspire children to become the creative technologists of tomorrow, we need to ignite a deep-seated passion for innovation and invention.

— Anita Chandraker, PA Consulting Group & Clive Beale, Raspberry Pi Foundation in tesconnect

Und gibt es einen besseren Grund als bis in die Haarspitzen intrinsisch (!) motivierte und inspirierte Kinder, um dem projektbasierten Lernen endlich mehr Raum im Curriculum zu geben?

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  1. Grundsätzlich bin ich absolut deiner Meinung – und ganz eigentlich ist das sogar der Grund, warum ich Grundschullehrerin geworden bin und nicht Atomphysikerin. Doch in den 20 Jahren meines in-der-Schule-seins hat sich das verändert. Zum einen gibt es viele Kinder, sagen wir mal 1/4 der Schulanfänger, die scheinen sich für nichts außer für sich selbst zu interessieren – aus unterschiedlichen Gründen (manchmal einfach auf Grund ihrer schlimmen Biographie). Dann gibt es die, die sich höchstens 2 Minuten am Stück auf eine Sache einlassen können und dann das Interesse völlig verlieren. Und dann gibt es Eltern – die Eltern, die fragen, wozu das gut sein soll, ob das im Lehrplan steht und ob es ihr Kind auf dem Weg zum Olymp auch vorwärts bringt. Für diese Eltern sind soziale Lernziele nichts, aber auch gar nichts wert. Mein Idealbild ist der Feuereifer, den ich mal in die Schule mitbrachte und den manche Kinder immer noch mitbringen und mich damit immer wieder (gottseidank!) inspirieren. Aber die Sternstunden sind selten und den Feuereifer wieder zu finden, ist Knochenarbeit, die von außen kaum gewertschätzt oder unterstützt wird. Deshalb kann ich heute, 2014, jeden verstehen, der Atomphysiker wird, und nicht Grundschullehrer.

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