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Mit Spritz schnell lesen (aber wenig begreifen)

„Spritz“, das klingt nach einem erfrischenden Sommergetränk. Hinter dem Namen steckt aber etwas anderes. Es ist eine Schnellesetechnologie für das Web. Das wird auch „Rapid Serial Visual Presentation“ oder kurz RSVP genannt. Texte werden nicht mehr Zeile für Zeile gelesen, stattdessen rasen bis zu 600 Wörter pro Minute an einer Stelle über den Bildschirm. Die bei Jugendlichen beliebte Huffington Post experimentiert bereits mit der Technologie.

Es überrascht nicht, dass die Entwickler selbst betonen, wie angenehm das Lesen dank RSVP sei. Der Leser könne sich nun endlich auf den Inhalt konzentrieren.

Das klingt vielsprechend.

Der Selbsttest zeigt: Bei rund 450 Wörter pro Minute kann man Text noch erkennen, aber es fällt schwer sich danach zu erinnern, was man gerade gelesen hat. Bei 600 Wörter pro Minute hofft man nur noch, dass das Geflimmer bald vorbei ist.

Wahrscheinlich kann man das Hirn dafür trainieren. Das scheint allerdings wenig sinnvoll, denn auch die Wissenschaft hat herausgefunden, dass unter dem höheren Tempo dank RSVP das Textverständnis leidet.

Was bringt es, wenn Spritz-Schnellleser am Ende über den Text nur wissen, dass sie ihn gelesen haben?

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