1 Kommentar

Wenn der Spielplatz zum Gamecontroller wird

spielplatz

Nicht bei jeder technologischen Spielerei erschließt es sich einem auf Anhieb, welchen Mehrwert sie eigentlich generiert. HybridPlay ist so ein Fall. Hier werden mit Sensoren, die auf Spielplätzen an die verschiedenen Spielgeräte angebracht werden, Videospiele auf Smartphones gesteuert. Die Sensoren verwandeln echte Bewegungen in Daten, die dann an ein Smartphone gesendet werden. Während also einige der Mitspieler zur Steuerung der Spielfiguren schaukeln, rutschen oder hopsen, steuert der Navigator das Spiel auf seinem Smartphone und gibt den anderen Instruktionen. Aber tut es wirklich Not, jetzt auch noch den Spielplatz zu entweihen?

Ich sage „ja“, wenn durch solche Spiele Stubenhocker an die frische Luft befördert und zu körperlicher Aktivität animiert werden und dabei gleichzeitig etwas über Technologie lernen. Besser noch als die Idee, mit den Spielzeugen fertige Spiele zu steuern, finden wir jedoch den Ansatz, die Kinder eigene Spiele und Anwendungsmöglichkeiten entwickeln zu lassen. Und da HybridPlay ein offenes System ist, kann jeder ganz einfach sein eigenes HybridGame erstellen. [Für die Nerds: Zunächst geht das mit gamesonomy, eine Anbindung an Scratch Jr und Snap ist in Planung.] Bis Ende November läuft nun die Crowdfunding Kampagne auf Indiegogo und ich bin gespannt, ob das Ziel von 140.000 USD erreicht wird.

Sicher wird es den ein oder anderen geben, der von der Idee weniger angetan ist als ich: Denn natürlich besteht eine latente Gefahr, dass der umgekehrte Effekt eintritt und die Technologie mit dem Spielplatz einen weiteren geschützten Raum für sich erobert. ABER: Mal unabhängig davon, ob jede einzelne Initiative in ihren Bemühungen für jeden ins Schwarze trifft: Ich glaube, dass es gut und wichtig ist, dass es möglichst viele solcher Ideen und Ansätze gibt, die sich mit dem Thema „Kinder und Technologie“ kreativ auseinandersetzen und die versuchen, dies auf eine spielerische, kindgerechte und altersgemäße Art und Weise zu tun. Kinder mit den Technologien, die sie ohnehin umgeben, „alleine“ zu lassen, ist in jedem Fall die schlechtere Lösung.

Kommentieren

Eine Spiel für kleine Programmbaumeister

Primo

Die Frage, wie man Kinder an Technologie und Code heranführen kann, ohne sie dazu schlicht vor den Bildschirm zu setzen, treibt ganz offensichtlich (und glücklicherweise!) immer mehr findige Geister um. Andrew Mills – beispielsweise – hat sich mit seiner Entwicklung „Bits & Bytes“ des Themas mit einem Kartenspiel angenommen – wir haben darüber an anderer Stelle geschrieben und freuen uns schon jetzt auf unser Set.

Einen anderen Lösungsansatz haben sich die Macher von Primo überlegt: Was auf den ersten Blick wie ein besonders schicker Holzbaukasten daher kommt, ist in Wirklichkeit ein Interface mit dem Kinder kleine Programmfolgen entwickeln könne. Ziel ist es, mit einer Kette von Befehlen (die durch das Setzen von Steckbausteinen gegeben werden) den zum Set gehörenden Roboter „Cubetto“ zu navigieren. So erlernen Kinder spielerisch die logischen Grundlagen des Programmierens und können diese in immer neuen Kombinationen ausprobieren. Da Primo dabei noch hübsch anzusehen und aus Naturmaterialien gefertigt ist, macht das Ganze gleich doppelt Freude. Aber schaut selbst – wir sind ganz hin und weg – auch wenn Primo mit einem Preis von knapp 200 Euro vorerst auch bei uns wohl noch auf der Wunschliste liegen bleibt.


Kenn Ihr weitere Spiele, die ähnlich funktionieren wie Bits & Bytes oder Primo? Wir freuen uns über jeden Tipp!

Kommentieren

Kinderzeichnungen lernen leben

Mit einer besonderen Idee hat der Japaner Akitae Matsumoto vergangene Woche in Tokyo die Kinderherzen höher schlagen lassen: In einer Installation hat er ihren Zeichnungen Leben eingehaucht. Inspiriert vom übermäßigen Smartphone-Gebrauch seiner eigenen Kinder, versucht Matsumoto mit seiner Installation eine Vision des „Spielplatzes der Zukunft“ zu zeigen, in der physisches Spiel und Interaktion in der digitalen Welt miteinander Hand in Hand gehen. Kindliche Fähigkeiten wie Kreativität und Innovationskraft stehen dabei im Fokus.

The education of the future is more than rote learning. It is about building new things. This comes from being creative and collaborating. I want to provide this sort of stimulation to the kids and with any luck, I hope they will feel it.“
— Akitae Matsumoto

Kommentieren

Computerspiele im Unterricht

Computerspiele im Unterricht

Ohne Zweifel gibt es Games, die die Welt nicht braucht. Es gibt in der schier unüberschaubaren Anzahl von Spielen aber auch einige, die sich sogar sinnvoll in den Unterricht mit Kindern integrieren lassen. Auf spielerische Weise können Kinder in den Games Lösungswege planen, sie umsetzen und dabei mit anderen Kindern interagieren.

Joel Levin ist ein Lehrer an der Columbia Grammar School, der auf das Computerspiel MinecraftEdu setzt. Es handelt sich dabei um eine für den Unterricht optimierte Variante des beliebten Spiels Minecraft. Das besondere an Minecraft ist, dass Spieler die Umgebung und Spielaktivitäten selbst gestalten können.

Genau das sollen die Schüler von Joel tun: gestalten! Sie bekommen von ihm kleine Aufgaben gestellt, die sie kreativ lösen. Die einen Kinder probieren dabei sehr selbständig verschiedene Möglichkeiten aus, andere benötigen hie und da Anleitung oder Bestätigung.

Neben Joel gibt es viele weitere Lehrer, die die Chancen von Computerspielen im Unterricht erkannt haben.

Kommentieren

Hallo Ruby!

Linda Liukas hatte eine tolle Idee. Sie will Kindern die Programmiersprache Ruby näher bringen. Auch wenn man Ruby nicht kennt, ahnt man, dass dies kein leichtes Unterfangen ist. Während Blogger und Sachbuchautoren ihre Leser erst einmal mit einer Vielzahl von Terminal-Eingaben auf die Reise schicken (und vermutlich viele bald wieder verlieren), hat Linda einen anderen Weg gewählt.

In ihrem Buch geht es bunt zu, so viel ist in dem Video bereits zu erkennen, dass sie für das Crowd-Funding bei Kickstarter eingestellt hat.

Was die kleine Ruby über die Programmiersprache zu erzählen weiss, erfahre ich bald. Ich habe das Buch gerade bestellt und warte nun gebannt darauf, dass der Postbote klingelt.

Kommentieren

MIT veröffentlicht Programmierapp für Fünf- bis Siebenjährige

Coding is the new literacy. Just as writing helps you organize your thinking and express your ideas, the same is true for coding.

Mitchel Resnick, MIT

Basierend auf der Programmiersprache „Scratch„, die bereits in zahlreichen Schulen auf der Welt zum Einsatz kommt, hat das Massachusetts Institute of Technology (MIT) kürzlich die ScratchJr iPad App veröffentlicht, mit deren Hilfe Fünf- bis Siebenjährige die ersten Schritte des Programmierens lernen können. Die App wurde über Kickstarter finanziert und hat bereits nach zwei Tagen das Zielbudget von 25.000 US-Dollar bei Weitem übertroffen.

Scratch